Eingewöhnung

In der Regel werden neue Kinder nach der Sommerschließung in den Kindergarten aufgenommen. Die Neuaufnahme wird zeitlich gestaffelt, damit jedes neue Kind die notwendige Aufmerksamkeit erhält. Der Schritt vom Elternhaus, aber auch von einer Tagesmutter in die Tagesstätte bedeutet für Kinder und Eltern eine große Umstellung. Denn die im Elternhaus auf die Bedürfnisse
eines Kindes ausgerichtete Betreuung wird jetzt schrittweise um das Zurechtfinden in einer Gemeinschaft ergänzt. Deshalb ist gerade in der Eingewöhnungsphase die Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen äußerst wichtig. Nur wenn sich zwischen Eltern und Erzieherinnen ein Vertrauensverhältnis entwickelt, wird sich das Kind gut einleben können. Deshalb findet noch vor Beginn des Kindergartenbesuchs ein Kennenlernnachmittag für alle neuen Eltern und Kinder sowie ein Elternabend statt. Hier erhalten Sie Informationen und sprechen die individuellen Anfangszeiten der neuen Kinder durch. Außerdem besteht für Sie die Möglichkeit, im Vorfeld mit Ihrem Kind in die Einrichtung zu "schnuppern". Dies ersetzt jedoch nicht die Eingewöhnung, deren guter Ablauf für die weitere Kindergartenzeit prägend sein wird.
Das Kind sollte in der Eingewöhnung von einer vertrauten Person begleitet werden. Bitte nehmen Sie sich dafür Zeit!
Die Aufenthaltzeiten werden individuell dem Alter und Entwicklungsstand des Kindes angepasst. In den ersten 2-3 Tagen wird sich Ihr Kind in der Regel zusammen mit Ihnen für zwei Stunden bei uns aufhalten. In dieser Zeit sollten Sie der Erzieherin die aktive Kontaktaufnahme zu Ihrem Kind zunehmend ermöglichen. Nach diesen Tagen verlassen Sie schon für kurze Zeit den Gruppenraum oder die Einrichtung. Es ist eine wichtige Erfahrung für das Kind, dass die Vertrauensperson sich verabschiedet und wiederkommt.
Verabredete Zeiten müssen daher stets genau eingehalten werden. Die Trennungszeiten können dann je nach Verhalten des Kindes ausgeweitet werden. Nach zwei Wochen können die meisten Kinder den Vormittag allein in der Einrichtung verbringen. Wenn möglich sollte das Kind erst langsam daran gewöhnt werden, den ganzen Tag in der Tagesstätte zu bleiben. Die Trennungen in der Eingewöhnungszeit werden nicht immer reibungslos verlaufen. Tränen Ihres Kindes drücken Trennungsschmerz aus, der meist aber schnell vergessen ist, wenn die vertraute Person die Einrichtung verlassen hat. Wichtig ist, dass Ihr Kind sich dann von der Erzieherin trösten lässt und sich verstanden und geborgen fühlt.
Auch für Sie als Eltern sind die Trennungssituationen nicht immer leicht. Die Eingewöhnungszeit dient daher auch der Eingewöhnung der Eltern und der Vertrauensbildung zu den Mitarbeitern. Nutzen Sie diese Tage, um auftretende Fragen und Unsicherheiten zu klären. Scheuen Sie sich auch nicht, sich telefonisch nach dem Wohlergehen Ihres Kindes zu erkundigen, wenn die Trennungssituation Sie belastet. Nur wenn Sie sich in der Tagesstätte wohlfühlen, wird es auch Ihr Kind können. Bei manchen Kindern beginnt der Trennungsschmerz erst, wenn sie schon einige Zeit die Tagesstätte besuchen. Auch dieses Verhalten ist nicht erstaunlich, wenn Sie bedenken, welche großen Leistungen Ihrem Kind abverlangt werden:
  • Es muss den Tag ohne die bisherigen Bezugspersonen bewältigen.
  • Es muss sich in einer Gruppe mit vielen Kindern zurechtfinden.
  • Es muss eine Menge neuer Regeln lernen.
  • Es muss selbstständig Dinge erledigen.
  • Es merkt, dass andere Kinder andere Bedürfnisse haben.
  • Es erlebt, dass die Gruppe sich nicht immer nach den eigenen Wünschen richtet.
Haben Sie daher besonders in der ersten Zeit Geduld und unterstützen Sie Ihr Kind. Erwarten Sie nicht zuviel. Vergessen Sie nicht, dass Ihr Kind sich viele Stunden am Tag bei uns aufhalten wird, und der Aufenthalt in der Tagesstätte mit Ihrem Arbeitstag zu vergleichen ist. Gönnen Sie Ihrem Kind nach dem Abholen Ruhe.